Entwurf Bundesjagdgesetz-Novelle liegt vor

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Entwurf Bundesjagdgesetz-Novelle liegt vor

Beitrag  Redaktion Jagd und Wald am Di 1 März 2016 - 11:12

Unser User Frettchen hat das Thema eröffnet und der Entwurf wird rege diskutiert. Original Threat

Ein Aspekt sind mögliche Auswirkungen auf das jagdliche Wiederladen:

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Schwere Zeiten für Wiederlader

Nur noch zertifizierte Munition soll dem Entwurf des neuen Bundesjagdgesetzes (BJagdG) hier einzusehen zufolge für die Jagdausübung zugelassen sein – was bedeutet das für Wiederlader?

„Wiederladen ade?“, fragt ein Jawina-Leser in einer Mail an die Redaktion, die der juristisch sattelfeste JAWINA-Kommentator Anko wie folgt beantwortet:

„Ja, schwere Zeiten für Wiederlader, wenn der BJagdG-Entwurf so durchgeht:

Nach vorliegender Fassung des Gesetzesentwurf ist die „Munition“ durch eine Behörde zu prüfen und der „Hersteller“ nur auf Grundlage einer solchen Prüfbescheingung zur Kennzeichnung der „Munition“ als jagdgebrauchstauglich berechtigt. Die Jagd mit Munition ohne solche Kennzeichnung ist „verboten“, § 18d Absatz 3. Der jagdliche Wiederlader müsste dann als „Hersteller“ seine Munition der o.g. Prüfprozedur unterziehen.

Fazit: Das kann es ja wohl nicht sein. Da waren offensichtlich echte Kenner am Werk.

Aus dem Entwurf die maßgeblichen Regelungen:


§ 18c besagt: Besondere Anforderungen an Jagdmunition
(1) Büchsenmunition ist für die Jagd auf Schalenwild nur geeignet, wenn sie eine zu-
verlässige Tötungswirkung erzielt und eine hinreichende ballistische Präzision ge-
währleistet. Ferner darf Büchsenmunition nicht mehr Blei als nach dem jeweiligen
Stand der Technik unter gleichzeitiger Wahrung der Anforderungen des Satzes 1
unvermeidbar an den Wildkörper abgeben.
(2) Zum Schutz des Wasserhaushaltes und des Naturhaushaltes ist Schrotmunition für
die Verwendung zur Jagd auf Wasserwild an Gewässern und in Feuchtgebieten nur ge-
eignet, wenn sie über die Anforderungen nach Absatz 1 hinaus möglichst kein Blei an
die Umwelt abgibt.

§ 18d Kennzeichnung und Verwendung von Jagdmunition
(1) Die Anforderungen des § 18c gelten als erfüllt, wenn die verwendete Munition ein-
deutig als für die jeweilige Jagd geeignet gekennzeichnet ist.
(2) Die Kennzeichnung von Munition nach Absatz 1 ist nur zulässig, soweit
1. eine nach Landesrecht zuständige Behörde auf Antrag des Herstellers der
Munition oder im Falle der Einfuhr auf Antrag des Importeurs geprüft hat, dass
die Munition die Anforderungen des § 18c in Verbindung mit einer
Rechtsverordnung nach § 18e erfüllt und
2. das Ergebnis der Prüfung dem Hersteller oder Einführer bescheinigt ist.
Die Gültigkeitsdauer der Bescheinigung ist für Munition, die noch Blei an den
Wildkörper oder an die Umwelt abgibt, unter Berücksichtigung der zu erwartenden
weiteren Entwicklung des Stands der Technik angemessen zu befristen, längstens
jedoch auf einen Zeitraum von […] Jahren nach deren Ausstellung. Die
Kennzeichnung erfolgt nach näherer Bestimmung einer Rechtsverordnung auf Grund
des § 18e mindestens durch die Angabe der Nummer und im Falle des Satzes 2 der
Gültigkeitsdauer der Prüfbescheinigung sowie die Angabe der Prüfstelle.
(3) Es ist verboten, zur Jagd in den Fällen des § 18c andere als nach Maßgabe des Ab-
satzes 2 gekennzeichnete Munition zu verwenden.“(...)

ENDE
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