Feuer, Wild, kein Schnickschnack

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Feuer, Wild, kein Schnickschnack

Beitrag  deltrintem am Di 7 März 2017 - 19:34

Wild kann man grillen! Viele hier wird das nicht überraschen. Auch vor ein paar tausend Jahren war es vermutlich selbstverständlich Tiere zu fangen, in die Höhle zu schleifen und auf einem Feuerchen zu garen. Leider ist das ein bisschen verloren gegangen, und jedes Jahr wieder höre ich die ungläubige Frage: „Wild auf dem Grill, das geht?“ Ja, das geht. Das geht sogar sehr einfach und nein, es wird nicht trocken. Man kann das Fleisch aufwändig marinieren, mit Rubs einreiben, in Bacon wickeln, smoken und was den Grillherstellern zur Zeit noch so alles einfällt. Ich mache das auch gelegentlich, und mariniere zum Beispiel mit Kirschsaft oder mit Holunderblütensirup. Aber wenn jetzt an den ersten warmen Tagen der Grill wieder ausgegraben wird, braucht es nicht mehr als Salz, vielleicht noch Pfeffer und vor allem ein richtig gutes, perfekt gegartes Stück Wildfleisch!



Egal welche Wildart: Zum kurz auf den Grill werfen eignen sich Teilstücke aus der Keule, oder der vom Knochen gelöste Rückenmuskel. Bei mir gab es am Wochenende die Unterschale vom Reh und ein Stück Rücken vom Frischling.



Das Fleisch von Rehen und Hirschen grille ich wie Rind. Ich selbst grille zwar eher kein Rind, weil ich einen Riesenärger bekomme, wenn ich eines erlegen würde, aber ich weiß wie die meisten Menschen es machen: Zuerst bekommt das Fleisch richtig Feuer, dicht über einem Haufen glühender Kohle. Wenn beide Seiten eine Kruste haben, lege ich es an ganz den Rand des Rostes, dort darf es einige Minuten ziehen. Gegrillt wird das Fleisch am Stück, aufgeschnitten erst zum Schluss: So bleibt das Steak saftig, und behält einen hellrosanen Kern.
Wildschwein grille ich wie Hausschwein: bei weniger Hitze, dafür etwas länger, bis es ganz durchgegart ist. Weil die Wildtiere langsam wachsen können, sich vielseitig ernähren und viel bewegen, schmeckt das Fleisch wunderbar intensiv – mehr als etwas Salz und Pfeffer ist da eigentlich schon zu viel des Guten...

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Re: Feuer, Wild, kein Schnickschnack

Beitrag  kong am Di 7 März 2017 - 19:38

Wie immer...der optische Knaller...
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Re: Feuer, Wild, kein Schnickschnack

Beitrag  Frettchen am Di 7 März 2017 - 20:29

und sicher nicht nur der optische essen

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Re: Feuer, Wild, kein Schnickschnack

Beitrag  RhoenerKauz am Di 7 März 2017 - 21:00

Schaut schon gut aus, aber sowohl für das Foto als auch für das nicht so schnell anbraten am Rost dient ein klein wenig Öl oder Schweineschmalz wenn man das direkt auf dem Grill oder vorher ein wenig einpinselt. In das Öl darf auch gerne etwas Gewürz, ich nehm da persönlich Paprika und Knoblauch. Wenn ich das Stück dann ziehen lasse dann etwas mit Rosmarin oder einfach das einfachste Kräuter de Provence drauf, das hat was
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Re: Feuer, Wild, kein Schnickschnack

Beitrag  Birk am Di 7 März 2017 - 22:39

Frettchen schrieb:........... essen

Du bist auch nur EINMAL hungrig und das immer Lach-brüll Lach-brüll

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Re: Feuer, Wild, kein Schnickschnack

Beitrag  deltrintem am Mi 8 März 2017 - 8:28

RhoenerKauz schrieb:Schaut schon gut aus, aber sowohl für das Foto als auch für das nicht so schnell anbraten am Rost dient ein klein wenig Öl oder Schweineschmalz wenn man das direkt auf dem Grill oder vorher ein wenig einpinselt. In das Öl darf auch gerne etwas Gewürz, ich nehm da persönlich Paprika und Knoblauch. Wenn ich das Stück dann ziehen lasse dann etwas mit Rosmarin oder einfach das einfachste Kräuter de Provence drauf, das hat was

Da hast du natürlich recht. Ich mache es normalerweise meistens auch so, dass ich einen Teil des Fleisches mariniere und einen anderen nicht, oder auch mal mehrere Marinaden ausprobiere... Hier wollte ich aber bewusst so einfach wie möglich grillen: Du darfst nicht vergessen, dass Kong, Frettchen und du da den meisten Menschen viel voraus haben, und längst wissen, dass man auch Wild grillen kann. Mir ging es daum zu zeigen, dass Wildbret auch mit allereinfachsten Mitteln zubereitet schmeckt, um Einsteigern ein bisschen die Ehrfurcht zu nehmen.
Ausbauen kann man das hinterher in viele Richtungen, beim Nachbarn hatte ich im Herbst Rehblatt aus dem Smoker große Augen

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Re: Feuer, Wild, kein Schnickschnack

Beitrag  Jackie am Mi 8 März 2017 - 9:14

Yep - Back to the basics! Es muss ja nicht immer der ganze Heckmeck sein. Hier werden nach erfolgreicher Jagd auch gleich mal ein paar Fleischstücke noch direkt im Wald über offenem Feuer gegart.

Ich hatte letzten Sommer eine Farmhelferin, die gern mal Hirsch probieren wollte. Zunerst hat sie sich vom rohen Fleischstück (das Stück war abgehangen) erstmal ein paar Scheibchen Carpaccio runtergesäbelt. Danach ein paar dickere Scheiben runtergeschnitten und direkt in die Pfanne kurz gebraten und verschlungen. Den später sorgfältig zubereiteten Hirschbraten hat sie dann aber auch noch gegessen. Laughing
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Re: Feuer, Wild, kein Schnickschnack

Beitrag  orben76 am Mi 8 März 2017 - 10:09

deltrintem schrieb:(...)

Das Fleisch von Rehen und Hirschen grille ich wie Rind. Ich selbst grille zwar eher kein Rind, weil ich einen Riesenärger bekomme, wenn ich eines erlegen würde, aber ich weiß wie die meisten Menschen es machen: Zuerst bekommt das Fleisch richtig Feuer, dicht über einem Haufen glühender Kohle. Wenn beide Seiten eine Kruste haben, lege ich es an ganz den Rand des Rostes, dort darf es einige Minuten ziehen. Gegrillt wird das Fleisch am Stück, aufgeschnitten erst zum Schluss: So bleibt das Steak saftig, und behält einen hellrosanen Kern.
Wildschwein grille ich wie Hausschwein: bei weniger Hitze, dafür etwas länger, bis es ganz durchgegart ist. Weil die Wildtiere langsam wachsen können, sich vielseitig ernähren und viel bewegen, schmeckt das Fleisch wunderbar intensiv – mehr als etwas Salz und Pfeffer ist da eigentlich schon zu viel des Guten...

Genail einfach, einfach genial!
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Re: Feuer, Wild, kein Schnickschnack

Beitrag  GrizzlyPaul am Mi 8 März 2017 - 17:01


Puristisch zubereitet schmeckt Wild meist am Besten!! Top-Double

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Stets äußert sich der Weise leise,
vorsichtig und bedingungsweise.

BUND, NABU und ihre politisch-gruenen Adlati haben sich die Aussage Napoleon's des I. auf die Fahnen geschrieben:
"Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leichtgläubigeres Volk als das deutsche. Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden, die Deutschen glauben sie. Um eine Parole, die man ihnen gab, verfolgen sie ihre Landsleute mit größerer Erbitterung als ihre wirklichen Feinde."
Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass auch sie ihr Waterloo erleiden werden!


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Re: Feuer, Wild, kein Schnickschnack

Beitrag  Birk am Mi 8 März 2017 - 22:35

Jackie schrieb:...... hat sie dann aber auch noch gegessen. Laughing

Und was wurde dann anschliessend als Hauptgericht serviert? Hørte sich bisher ein wenig nach Vorspeise an

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Re: Feuer, Wild, kein Schnickschnack

Beitrag  Harzer am Mi 8 März 2017 - 23:42

Jackie schrieb:Yep - Back to the basics! Es muss ja nicht immer der ganze Heckmeck sein. Hier werden nach erfolgreicher Jagd auch gleich mal ein paar Fleischstücke noch direkt im Wald über offenem Feuer gegart.

Ich hatte letzten Sommer eine Farmhelferin, die gern mal Hirsch probieren wollte. Zunerst hat sie sich vom rohen Fleischstück (das Stück war abgehangen) erstmal ein paar Scheibchen Carpaccio runtergesäbelt. Danach ein paar dickere Scheiben runtergeschnitten und direkt in die Pfanne kurz gebraten und verschlungen. Den später sorgfältig zubereiteten Hirschbraten hat sie dann aber auch noch gegessen. Laughing

Bewegung und ein wenig Anstrengung im natürlichen Umfeld mag instinktive "Begehrlichkeiten" wecken Lol

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